• GiK e.V. - Großraubtiere in Kulturlandschaften
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Ökologie des Wolfes

Als die Wölfe nach Deutschland zurück kehrten, wurden sie freudig begrüßt. Man sah in ihnen eine Bereicherung der Artenvielfalt. Und man versprach sich davon wertvolle Auswirkungen auf die Ökologie. „Wo der Wolf jagt, wächst der Wald“, so die Überzeugung von Förstern. Weil Huftiere nicht nur Gras fressen, sondern auch junge Baum-Triebe, könne Wald besser nachwachsen, wenn das Wild ausgedünnt wird. Zudem wäre zu erwarten, dass der Wald ebenfalls weniger Fraß-Stress ausgesetzt sei, wenn das Wild wegen anwesender Wölfe unruhig umherzieht.

Allerdings ist auch das Gegenteil zu beobachten, denn Wild (z.B. Rehe, Hirsche, Wildschweine) schließt sich bei Anwesenheit von Wölfen oft zu Großrudeln zusammen. Dieses Verhalten verringert nämlich die Todesgefahr für das Einzeltier erheblich, führt aber zu deutlich stärkeren Flurschäden. Zudem erweist sich das Wild zumeist sogar bei Anwesenheit von Wölfen als standorttreu.

Ursprünglich hofften manche Naturschützer, Wölfe könnten, über kurz oder lang, sogar die Jäger ersetzen. Dies hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Denn wir haben in Deutschland immer noch viel Wild. Möglicherweise, weil genügend Weidetiere zur Verfügung stehen, deren Erbeutung für Wölfe bequemer ist, als flüchtendem Wild nachzusetzen.

Aus den Wildnisregionen Amerikas und Russlands hingegen ist bekannt, dass durch Wölfe manche Gebiete sogar Wild-frei wurden, mit der Folge, dass auch andere Tierarten zurück gingen. Dort heißt es: “wo die Wölfe fertig sind, ist es still im Wald“ (siehe z.B. im Buch „The Real Wolf“).

Als zur Zeit stärkste negative Folge erscheint die Bedrohung der Weidetierhaltung und die Zerschneidung der Landschaft durch Schutzzäune.

Einige Wolfsrudel spezialisieren sich auf Weidetiere. Diese haben jedoch einen hohen ökologischen Stellenwert, weil sie unsere Offenlandschaften vorm Zuwachsen bewahren. Musterbeispiel ist die Lüneburger Heide, die ohne Heidschnucken binnen weniger Jahren verbuschen würde. Verschwinden die Offenlandschaften, sind auch seltene Bodenbrüter gefährdet. Und auch typische Pflanzengesellschaften.

Schafe sind darüber hinaus für die Aufrechterhaltung der Deichsicherheit unverzichtbar. Durch Verbiss steigern sie die Verwurzelung des Grases und verdichten durch ihre Tritte den Boden. So kann der Deich Überflutungen besser stand halten.

Eine Möglichkeit für Tierhalter, ihre Herden zu schützen, sind sogenannte „wolfsabweisenden“ Zäune, da es keine absolut sicheren Zäune gibt. Denn die überaus lernfähigen Raubtiere finden immer wieder Möglichkeiten zur Überwindung. Diese Schutzzäune haben erhebliche ökologische Auswirkungen, denn sie stehen der Biotopvernetzung entgegen!

Es ist wichtig, dass die Lebensräume miteinander verbunden sind, damit ein ausreichender genetischer Austausch vieler Individuen stattfinden kann. Wolfsschutzzäune zerschneiden jedoch die Landschaft. Ein Grund, warum manche Landwirte und Biobauern diese Zäune ablehnen, selbst wenn ihre Tiere dadurch gefährdet sind.

Ein Beispiel für die unfassbare Größenordnung liefert Niedersachsen:
Laut Berechnungen müssten ca. 180.000 km (!) wolfsabweisende Zäune errichtet werden, wollte man alle Weiden dieses Bundeslandes schützen. Und Umweltminister Lies berechnete Kosten von sage und schreibe 1,25 Milliarden Euro für derartige Zäune allein um Rinder- und Pferdeweiden.

Die früheren Zäune stellten hingegen keine Barriere für sie dar, weil sie nur aus Holzstangen oder wenigen Stromlitzen bestanden, durch welche sie problemlos wechseln konnten.

Weidehaltung ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch die artgerechteste Haltungsform für Gras fressende Haustiere und dient somit dem Tierwohl.

Quelle:
https://chwolf.org/woelfe-kennenlernen/oekosystem/wolf-als-teil-des-oekosystems

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